Infobrief 3/2018

Liebe Mitglieder der Rehfelde-EigenEnergie eG,

in diesem InfoBrief ziehen wir Bilanz über das erste Jahr seit der Inbetriebnahme unserer Windenergieanlagen (WEA) und wir informieren zum Projekt „PVA auf Deponien“ und zum Stand weiterer PV-Projekte.
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1. Windenergieanlagen liefern seit einem Jahr Strom

Die Netzzuschaltung am 11. Juli 2017 war der Termin der offiziellen Inbetriebnahme, ab da floss Strom ins Netz. Daran schlossen sich noch Probebetrieb, vorgeschriebene Inspektionen und schließlich die Abnahme an, so dass der reguläre Betrieb und damit die volle Einspeisung eigentlich erst im September begonnen haben. Trotz der mit 20 Tagen im Juli kürzeren Einspeisezeit und der Ausfälle infolge der Inspektionen lag die Stromproduktion in diesen ersten 12 Monaten vom Juli 2017 bis zum Juni 2018 weit über der angepeilten Marke. In unserem Flyer (Bild re.) für das WEA-Projekt haben wir pro WEA mit einem Ertrag von 7.000 MWh geworben. Die beiden Windräder haben nun 15.000 MWh vergütungsfähige Energie erzeugt. Unsere erste Einschätzung im InfoBrief 1/2018 hat sich also erfüllt.

2. Photovoltaikanlagen

Auf unserem Thementag im November 2017 haben wir eine Reihe von Ideen und Themen für die weitere Arbeit diskutiert. In der Folge planen wir zunächst weitere PV-Anlagen.

PVA auf den Deponien in der Gemeinde Rehfelde

Bewuchs auf Mülldeponie

Schon 2014 haben wir die drei Deponien in der Gemeinde Rehfelde für die Eignung zum Bau von PVA untersucht, das Vorhaben aber wegen der WEA-Aktivitäten zurückgestellt. Jetzt gehen wir das Projekt gemeinsam mit befreundeten Energie-Genossenschaften erneut an. Die Deponie-Flächen sollen von der Gemeinde Rehfelde nach dem Muster der Gestattungsverträge für die Dachflächen Turnhalle und KiTa gepachtet werden. Entsprechende Pachtzahlungen haben wir der Gemeinde bereits angeboten.
Auf die Deponien passen PVA mit Größen bis zu 1.000 kWp*). Wir haben vom Netzbetreiber E.DIS-Netz GmbH für zwei Deponien bereits die Zusage zum Netzanschluss für zwei 750 kWp-Anlagen erhalten. Das ist auch die Obergrenze, um nicht in das Ausschreibungsverfahren für die EEG-Vergütung zu kommen. Für diese PVA-Größen holen wir Angebote zur Planung und Errichtung bis zur schlüsselfertigen Übergabe ein. Parallel dazu laufen die Abstimmungen mit dem Amt Märkische Schweiz für einen Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan der Gemeindevertretung im November. Mit dem Bebauungsplan selbst rechnen wir frühestens Ende 2019, weil zwei öffentliche Auslegungen mit entsprechenden Fristen erfolgen müssen, d.h. Fertigstellung ab 2020. Dazu wird mit dem Amt ein städtebaulicher Vertrag abgeschlossen, in dem die Aufgabenverteilung und Kosten für den Bebauungsplan geregelt werden.

*) kWp = Kilowatt peak = Einheit für die maximale Gleichstromleistung von PV-Modulen

Ein größeres Problem kann noch die Umweltverträglichkeitsprüfung im Rahmen des Bebauungsplanes werden. Die drei Deponien wurden in den 1990er Jahren geschlossen und zu damaliger Zeit ausdrücklich vom Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Brandenburg für den Bau von PV-Anlagen empfohlen. Heute stellt sich die Lage vermutlich etwas anders dar, wie neben stehendes Foto mit dem inzwischen sichtbaren Bewuchs zeigt. Lt. Unterer Naturschutzbehörde Märkisch Oderland werden Kartierungen der Flora und Fauna nicht zu vermeiden sein. Dazu werden wir entsprechende Gutachten (spezielle artenschutzrechtliche Prüfung saP, Biotoptypenkartierung) beauftragen müssen. Ob zusätzlich noch Boden-Gutachten zum Deponieuntergrund erforderlich werden, hängt von der Einschätzung der Unteren Bodenschutzbehörde des Kreises Märkisch Oderland ab?
Zusammengefasst handelt es sich um komplexes Projekte, in denen reichlich Kosten anfallen können, die noch zu ermitteln sind. Ist die Wirtschaftlichkeit der Projekte nicht gegeben, werden wir sie nicht realisieren.

PVA auf dem Dach des „Schweizer Hauses“ in Buckow

Um den Bau einer PVA auf dem „Schweizer Hauses“ in Buckow bemühen wir uns bereits seit Mitte 2017. In diesem Gebäude wird mit einem hohen Eigenbedarf gerechnet und wir würden den Strom liefern können. Dem Eigentümer haben wir einen Pachtvertrag für die Dachfläche angeboten, ein Stromliefervertrag wird folgen. Die Verhandlungen zu den Verträgen wollen wir noch 2018 abschließen.

PVA auf den kommunalen Wohnblöcken der Gemeinde Rehfelde

Die Gemeinde Rehfelde hat im Rahmen des Kommunalen Energiekonzeptes ein Projekt zur Wärmeversorgung des Schulcampus und der kommunalen Wohnblöcke gestartet. Darin ist auch vorgesehen, dass unsere Genossenschaft die Wohnblöcke mit PVA bebaut und den Strom an die Mieter verkauft. Diese Idee steht schon seit Jahren auf der Agenda unserer Genossenschaft, und sie schien mit dem neuen Mieterstromgesetz von 2017 realisierbar zu sein. Leider hielt dieses Gesetz nicht, was es versprochen hat. Das Projekt rechnet sich nicht. Warten wir also die Novellierung dieses stark kritisierten Gesetzes ab. Bis dahin legen wir das Projekt erneut auf Eis. Schade, denn wir haben schon viel Kraft in dieses Projekt gesteckt.

PVA auf der Turnhalle schuldenfrei

Unser erstes Projekt war die PVA auf der Turnhalle der Grundschule Rehfelde. Finanziert wurde die Anlage über Darlehen, die Sie, liebe Mitglieder, der Genossenschaft gewährt haben. Dafür nochmals herzlichen Dank. Diese Darlehen wurden jetzt nach 5-jähriger Laufzeit planmäßig an alle Darlehensgeber vollständig zurückgezahlt.

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Wir wünschen Ihnen einen schönen Herbst und uns immer reichlich Sonne und Wind!